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Impressum | Thema Weihnachtsstollen

Privat Bild: "Christstollen"
(Foto vom 02. 12. 2006)
Der Weihnachtsstollen, auch Christstollen oder nur Stollen genannt, ist der König
der Weihnachtsbäckerei. Liebevoll, mit reichlichst guten Zutaten wird er
von September bis Dezember gebacken und zur Weihnachtszeit
verspeist. Vielerorts wird das erste Anschneiden vom
Weihnachtsstollen auf den 1. Advent gelegt und
von da an in der gesamten Weihnachtszeit
genüßlich verzehrt.
Wie bei vielen Dingen läßt sich seine Herkunft nicht genau belegen. Erste
Aufzeichnungen gehen allerdings in das 14. Jahrhundert zurück. Vorher
wird vermutet, daß dieser, wie auch der Ursprung unseres heutigen
Weihnachtsfestes, auf keltisch germanische Bräuche
zurückzuführen ist. Danach sollen diese Stämme
ihren Göttern Gebackenes in verschiedenen
Abbildungen geopfert haben.
Im Verlauf der Christianisierung wurden Götzenbilder verboten,
und so könnte die längliche Form unseres Stollens entstanden
und allmählich dem christlichen Glauben zugeordnet
worden sein. Das Aussehen unseres heutigen
Stollens wird dem Christkind zugeschrieben,
das in weiße Windeln gewickelt ist
(Laib mit weißem Puderzucker)

Privat Foto: "Weihnachtsstollen"
(Bild vom 02. 12. 2006)
Im Jahre 1330 soll in Naumburg an der Saale der Stollen erstmals
als bischhöfliches Privileg an die Bäckerzunft vergeben worden sein.
Um 1474 schreibt man von einem Christstollen, der auf einer
Rechnung des christlichen Bartolomäi-Hospitals auftauchte.
Allerdings als Fastengebäck, welches nur aus
Hafer, Mehl und Wasser bestand.
Dem Kurfürst Ernst von Sachsen und seinem Bruder Albrecht sei es
zu verdanken, daß die strengen katholischen Dogmen (z.B. das Advents-
fasten), aufgrund ihres Bittbriefes an den Papst, etwas gelockert wurden.
Von nun an durfte mit kirchlicher Erlaubnis - dem s. g. Butterbrief
des Heiligen Vaters - und einem angemessenen Bußgeld dem
Stollen bzw. Striezel Milch und Butter beigemengt werden.
Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Stollen / Striezel
auf Weihnachtsmärkten angeboten. Einer der berühmtesten ist
der Dresdner Striezelmarkt (1474). Aufgrund des regen
Handelsverkehrs im 17.Jahrhundert kamen mehr und
mehr ausländische Gewürze zu uns, die auch
den Christstollen verfeinerten und seinen
besonderen Geschmack prägten. Die
große Vielfalt und Fülle unserer
heutigen Stollen entstand allerdings
erst im letzten Jahrhundert.
Besucht man heute eine Bäckerei zur Weihnachtszeit, so liegen
verschiedenste Varianten von Stollen in den Regalen, so z.B.
Mohnstollen, Marzipanstollen, Nugatstollen, Butterstollen,
Butter-Mandel-Stollen, Rosinenstollen, Christstollen mit
Zuckerguß oder Schokoladenglasur, gezuckert oder
Diätstollen usw. Viele Regionen pflegen ihren
eigenen, traditionellen Weihnachtsstollen
und schützen sein Rezept.
Ein erzgebirgischer Weihnachtsstollen enthält Zutaten wie: lauwarme Milch,
Hefe, Zucker, Mehl, weiche Butter, ein Ei, etwas Salz, abgeriebene
Schale einer unbehandelten Zitrone, das Mark einer Vanilleschote,
Kardamon, Muskat, Nelken, Rosinen, Korinthen, Orangeat,
Zitronat, gemahlene und gehackte Mandeln, Marzipanrohmasse
sowie Bittermandelaroma. Zum "Buttern" benötigt man
zerlassene Butter, die auf den fertigen Stollen auf-
getragen und mit Puderzucker bestreut wird.

Privat Fotografie: "Weihnachtlicher Stollen"
(Abbildung vom 02. 12. 2006)
Um den leckeren Christstollen in weihnachtlicher Kaffeerunde genießen zu
können, sollte er vor dem Austrocknen geschützt werden. Am besten lagert
der Weihnachtsstollen in seiner Originalverpackung bei 3° bis 10° C z. B.
im Kühlschrank oder auf dem Balkon. Vor dem ersten Anschneiden
sollte er zwei bis drei Wochen gelagert, um dann mit einem scharfen
Stollenmesser in der Mitte geteilt und portionsweise in kleine
"Schnittchen" zerlegt werden. Nicht zu viel abschneiden, da
sonst nicht verzehrte Stückchen schnell austrocknen und an
Geschmack verlieren. Die beiden restlichen Hälften
wieder zusammenschieben und kühl lagern.
Backrezept für einen
~ Mandelstollen und Rosinenstollen ~
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